Wir freuen uns sehr, die zweite Einzelausstellung der Künstlerin Gabriela Jolowicz in der Galerie Emmanuel Post anzukündigen. Unter dem Titel The Monkey on My Back werden mittel- und großformatige Holzschnitte der letzten Jahre gezeigt.

Gabriela Jolowicz setzt zumeist flüchtige Szenen des aktuellen Alltagslebens in einem der ältesten und traditionsreichsten Bildmedien, dem Holzschnitt um. Neben Stillleben mit Laptop oder Ipod finden sich vor allem dichte genrehafte Szenen großstädtischen Lebens und Interieurs im Musik- oder Billardclub. Der reale dreidimensionale Lebensraum und unmittelbar erlebte Situationen werden im zweidimensionalen Holzschnitt unter Beschränkung auf schwarzweiße Technik festgehalten. Fragmentiert und kaleidoskopartig friert Jolowicz ein bereits verblassendes Nachbild der Realität ein. Neben eine realistisch anmutende Darstellungsweise treten verfremdende Elemente. Die Nüchternheit der Szenen wird aufgebrochen durch die Einstreuung von Bildvorlagen und eigenwilligen Bildfindungen. Großer Detailreichtum und eine ausgeprägte Strukturvielfalt führen zu einer unübersichtlichen, irritierenden Gleichzeitigkeit der Formen. Steigerung finden die in teils äußerst filigranen, teils in kruden Schnitten umgesetzten Strukturen durch einen spielerischen Umgang mit Größenverhältnissen und durch perspektivische Verzerrungen, sie funktionieren als dekoratives grafisches Muster oder Tiefenraum suggerierendes Element. Herbert Eichhorn (Städtisches Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen) spricht in diesem Zusammenhang von "einem wahren Horror Vacui und einer Lust am Aufbrechen der Oberfläche des Holzes" und verweist zugleich auf die bewusste Bezugnahme der Künstlerin auf die Geschichte des druckgrafischen Mediums.


Gabriela Jolowicz, geboren 1978 in Salzgitter, lebt und arbeitet in Berlin. Von 2002 bis 2007 studierte sie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig in der Klasse für Illustration bei Prof. Volker Pfüller und Prof. Thomas Müller. Von 2002 bis 2007 absolvierte sie ihr Meisterschülerstudium bei Prof. Thomas Müller.

Arbeiten befinden sich unter anderem in den Sammlungen der Deutschen Bundesbank, Frankfurt/Main, und des Städtischen Kunstmuseums Spendhaus Reutlingen.

Ausstellungen (Auswahl): 2012 Museo Nacional de la Estampa, Mexico City; PrintRoom, Rotterdam; 2011 Beach London, London; Galerie Emmanuel Post, Berlin; 2010 Städtisches Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen; Gallery MC, New York; Galerie Baer / Raum für aktuelle Kunst, Dresden; Kunsthaus Hamburg; Museum der Bildenden Künste Leipzig; Galerie Hafenrand, Hamburg; Galerie Emmanuel Post, Leipzig; Lyonel-Feininger-Galerie, Quedlinburg; Galerie Bongoût, Berlin; 2009 Leipziger Jahresausstellung; Kunstverein Marburg; Museum der Bildenden Künste; 2008 Cranach Haus Wittenberg.

Publikationen (Auswahl): Lubok. Gráfica contemporánea y libros de artistas de Leipzig, hrsg. anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Museo Nacional de la Estampa, Mexiko City, Lubok Verlag, Leipzig, 2012; Lubok in Reutlingen, hrsg. Lubok Verlag / Städtisches Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen, 2011; druckreif - junge künstlerinnen und künstler erproben die werkstätten, hrsg. Harald Rüggeberg / Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V., 2010; HGB Leipzig: WANDERER. Künstlerbuch zur gleichnamigen Gruppenausstellung im Marburger Kunstverein, 2009; Ch. Ruckhäberle / T. Siemon: MEGABILLIG, GABRIELA JOLOWICZ (Reihe LUBOK SPEZIAL, Leipzig), 2008; Ch. Ruckhäberle / T. Siemon: LUBOK 2, 2007.

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